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Schönecker Eierlage
Schönecker Eierlage
ein Artikel von Joachim Schröder

Alte Bräuche leben in der Eifel weiter. Das gilt auch in unserer Heimatgemeinde Schönecken, in der wir Musik und Tanz, Handwerkertraditionen, das Burgbrennen und viele weitere Eifeler Bräuche pflegen – und ganz besonders natürlich die Eierlage am Ostermontag im alten Ortskern.

Die Schönecker Eierlage
Seit vielen Jahrhunderten ist dieser Brauch in den Wochen vor Ostern im Dorf in aller Munde. Mit Spannung erwarten die Bürger des Burgfleckens das Ergebnis der Versteigerung am Palmsonntag, dem Sonntag vor dem Osterfest. Schon am späten Nachmittag gehen dann die Fragen durch den Flecken: „Wern hot die Eier?“ „Wern es Rafer un Lefer?“

Die Eierlage in Schönecken - ein Lauf-Wettkampf mit 104 rohen Eiern, bei dem zwei Junggesellen ihre Kräfte messen - ist ein in ihrer Art, Herkunft und vor allem Beständigkeit bis auf den heutigen Tag einzigartiges Brauchtum, das im 15. Jahrhundert entstanden ist und seitdem, wie ein Gerichtsbeschluss von 1764 dokumentiert, fast ununterbrochen ausgeübt wird. Mittlerweile ist der Brauch weit über die Grenzen der Eifel bekannt.

Untrennbar verbunden mit der Geschichte der Eierlage ist die der Junggesellensodalität – einer der ältesten Vereine weit und breit. Aufgabe der Sodalität ist heute wie damals die Pflege der Tradition, damit die alten Bräuche auch weiter in der Eifel Bestand haben.

Ablauf der Schönecker Eierlage
Dieser Osterbrauch seit Jahrhunderten in nahezu unveränderter Form durchgeführt. Heute ist die Eierlage allerdings nicht nur auf den Ostermontag beschränkt, sondern Mittelpunkt eines Festes am ganzen Osterwochenende. Die Vorbereitungen dazu beginnen in der Junggesellensodalität schon eine Woche vor Ostern.

Am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, wird die Eierlage „versteigert“. Aus Reihen des Vereins melden sich Junggesellen, die den Brauch ausrichten wollen. Mit einem besonderen Versteigerungsmodus wird ein Paar auserkoren, das Raffer und Läufer stellt. Um die 104 Eier, die für den Wettbewerb gebraucht werden, müssen sich die beiden anschließend selbst kümmern. Am Ostersamstag gehen sie deshalb durch das ganze Dorf, stellen sich den Schöneckern vor und sammeln die Eier. Der Rest der Junggesellen bereitet derweil die Von-Hersel-Straße, in der die Eierlage veranstaltet wird, auf den großen Tag vor: Mit einem meist feucht-fröhlichen Ausflug geht es in den Schönecker Gemeindewald, wo Bäume geschlagen werden, die in der Von-Hersel-Straße die Eierlaufstrecke säumen.

Der Festtag, Ostermontag, beginnt morgens mit dem Besuch des Hochamtes. Angeführt vom Musikverein und begleitet vom Sankt-Josef-Handwerkerverein zieht die Sodalität mit Raffer und Läufer vom Vereinslokal in die Kirche. Um die Mittagszeit beginnen in der Von-Hersel-Straße die letzten Vorbereitungen für die Eierlage. Unter Aufsicht von Hauptmann und Brudermeister werden 104 rohe Eier im Abstand einer Elle, das sind 62,5 Zentimeter, im Sägemehl ausgelegt. Vor dem eigentlichen Wettkampf zieht die Sodalität noch einmal mit Musikbegleitung durch den alten Ortskern. Der Wettkampf beginnt mit Handschlag und Bruderkuss, den Zeichen für Fairness und Gemeinschaft. Der Raffer muß die 104 Eier einzeln aufraffen, sein längster Weg beträgt rund 65 Meter. Insgesamt legt er 6,9 Kilometer zurück. Dazu kommen 104 mal Bücken, Aufraffen, Drehen, Weiterlaufen und Ablegen der Eier im Sammelkorb. Der Läufer macht sich auf den Weg in den Nachbarort Seiwerath und zurück. Er hat rund 7,6 Kilometer zurückzulegen und muss dabei einen Höhenunterschied von 122 Metern bewältigen. In Seiwerath wird ihm seine Anwesenheit mit einer kurzen Notiz bestätigt. Dann läuft er zurück in Richtung Schönecken. Die Junggesellen halten in dieser Zeit dem Raffer eine Gasse frei, damit er die Eier aufraffen kann. Ein Sprecher unterrichtet die Zuschauer über die Zahl der verbleibenden aufzuraffenden Eier und über die Position des Läufers. Wenn der Läufer den „Kemel“ passiert hat, die erste Stelle des Rückwegs, auf der er von Schönecken aus wieder zu sehen ist, verkündet ein Böllerschuss das Herannahen des Wettkämpfers. Je mehr das Rennen dem Ende zugeht, desto mehr steigt die Spannung. Aufgeregt feuern die Zuschauer entweder in der Von-Hersel-Straße den Raffer oder entlang des Wegs nach Seiwerath den Läufer an. Wer von den beiden zuerst seine Aufgabe erledigt hat, ist Sieger der Eierlage. Für den Läufer heißt das, er muss aus Seiwerath früher am Sammelkorb ankommen, als sein Gegner die 104 Eier aufgerafft hat. Der Raffer dagegen hat gewonnen, wenn er die 104 Eier aufgesammelt hat, ehe der Läufer zurück ist. Das letzte Ei muss er dabei nicht bis zum Korb bringen, sondern kann es einfach in die Luft werfen. Für die meisten Junggesellen zählt aber nicht so sehr der Sieg, wie die Tatsache, überhaupt einmal an der Eierlage aktiv teilgenommen zu haben.

Das Ende der Eierlage signalisieren dann wieder Böllerschüsse. Während sich die beiden Akteure nach dem anstrengenden Wettkampf zunächst kurz ausruhen und frisch machen, unterhält der Musikverein die Zuschauer. Dann folgt die Siegerehrung, bei der die Junggesellen den Sieger der Eierlage hochleben lassen. Eine Dame seiner Wahl darf ihm den Siegerstrauß überreichen. Seit einigen Jahren erhält er außerdem eine gestiftete goldene Uhr. Der zweite Sieger bekommt als Anerkennung für seine Leistung ein goldenes Feuerzeug. Die Zeiten für den Wettlauf liegen zwischen 30 und 40 Minuten. Bei der jeweiligen Siegerehrung ehrt die Junggesellensodalität gleichzeitig die Jubilare des Vereins. Das sind jeweils Raffer und Läufer, die vor 25 oder 50 Jahren die Eierlage ausgerichtet haben.

Von der Von-Hersel-Straße führt nach dem Wettkampf ein erneuter Umzug mit Musik ins Festzelt, wo die Eierlage weiter gefeiert wird. Bei der Tanzveranstaltung am Abend gebührt Raffer und Läufer alljährlich ein Ehrentanz. Nach der meist ausgiebigen Feier der Eierlage am Ostermontag findet der Osterbrauch im Kreise der Junggesellen am Osterdienstag ein Ende: Im Vereinslokal werden die von Raffer und Läufer gesammelten Eier - meist deutlich mehr als 104 - verspeist.

Das Lied der Schönecker Junggesellen

Wir sind die Junggesellen
ein Schönecker Verein
Wir trinken, lachen, singen
Wie könnt es anders sein.
Wir freuen uns des Lebens
Wie früher, so auch heut´
denn nichts ist ja vergebens,
Drum singt mit uns voll Freud´

Refrain: Hoch lebt die Heimat unser Eifelland
Hoch lebt Saldätchen
Das weit und breit bekannt.


***

Die allergrößte Sorge
im Augenblick ist die,
Wie feiern wir die Fastnacht
So schön wohl wie noch nie.
Wir sind doch lust´ge Männer
Verstehen Ulk und Spaß,
Und weil wir Frauenkenner
Stimmt ein und singt jetzt das

Refrain: Hoch lebt die Heimat unser . . .

***

Bald ist der Tag zu Ende,
Der nur für uns gemacht.
Wir ziehen durch die Straßen,
Der Wirtsleut´ sei gedacht.
Der Schluß ist dann bei Kampen,
Wie das von jeher war.
Wir brauchen keine Lampen,
wir singen hell und klar:

Refrain: Hoch lebt die Heimat unser . . .



Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Schönecker Eierlage
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
eingesandt von Joachim Schröder am:
Date: 05.04.2011 08:28
Internet: www.joachim-schroeder.com


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