Osterlied

Osterlied

Osternacht, Osternacht,
Hast der Welt das Licht gebracht!
Da aus blutgen Grabgewanden
In der Früh der Herr erstanden,
Glühst du auf in Morgenpracht,
Osternacht! Osternacht!

Ostertag, Ostertag,
Wecke, was im Grabe lag!
Blumen sprossen, Quellen springen,
Kinder jubeln, Engel singen;
Jauchze, was noch jauchzen mag:
Ostertag! Ostertag!

Osterlicht, Osterlicht,
Das durch trübe Wolken bricht!
Silberschäfchen ziehn im Blauen,
Sonnenschein beglänzt die Auen;
Leucht auch mir ins Angesicht,
Osterlicht! Osterlicht!

Ostergrün, Ostergrün,
Brich aus tausend Ritzen kühn!
Schnee zerschmilzt in allen Ecken,
Goldnes Grün umsäumt die Hecken:
Hoffnung laß auf Gräbern blühn,
Ostergrün! Ostergrün!

Osterlust, Osterlust,
Leis gewürzt mit Veilchenduft!
Weckst mit deinem süßen Weben
Greise wieder neu ins Leben,
Zauberst Blumen aus der Gruft,
Osterlust! Osterlust!

Osterklang, Osterklang,
Glockenton und Lerchengesang!
Schwinge deine Silberflügel
Festlich über Tal und Hügel;
Tröstend geh die Welt entlang,
Osterklang! Osterklang!

Osterheld, Osterheld,
Siegreich kommst du aus dem Feld!
Jauchzend klingts in allen Landen:
Christ, der Herr, ist auferstanden;
Segnend wandle durch die Welt,
Osterheld! Osterheld!

Autor: Friedrich Karl Gerok (1815-1890)
Titel: Osterlied (1867)
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